Vor den ganzen Details hier ein grobes Fazit nach knapp fünf Jahren Betrieb:
Von April bis September deckte die PV-Anlage vor Installation der Heizungs-Wärmepumpe den gesamten Strombedarf unseres Haushalts fast komplett, d.h. den Haushalt selbst, die Warmwassererzeugung mittels Brauchwasserwärmepumpe und das Laden des E-Autos.
In den Monaten den Monaten November bis Februar muss seit Installation der Wärmepumpe ein großer Teil des Strombedarfs (ca. 90%) aus dem Netz bezogen werden. Ohne die Wärmepumpe waren es ca. 70-80% Netzbezug in diesem Zeitraum.
Im Jahr 2022 wurden 73% unseres Stromverbrauchs selbst erzeugt, im Jahr 2023 55% und im Jahr 2024 49%. Der Rückgang ab 2023 ist auf die Installation einer Wärmepumpe im Herbst 2023 zurückzuführen, durch die gerade in der dunklen Jahreszeit der Strombedarf deutlich steigt und viel Strom zugekauft werden muss. Gleichzeitig hat sich durch die Wärmepumpe die Eigenverbrauchsqoute von 37% in 2022 auf 62% in 2024 erhöht, was die Wirtschaftlichkeit der Anlage weiter verbessert.
Die Erweiterung der Anlage im April 2026 auf 11 kWp sieht man auf den Grafiken unten sehr gut. Wie sich dies auf den Autarkiegrad und die Eigenverbrauchsquote auswirken wird, werden wir im Laufe des Jahres sehen und berichten.
Auch Probleme gab es mit der Anlage - siehe unten Probleme.
Leistung unserer PV-Anlage heute aus dem SMA Portal
Betrieb
Die Technik des SMA Sunny Home Managers erfordert eine permanente Internetverbindung zur Einstellung der Funkionen des Energiemanagements und zur Anzeige von Anlagenwerten. Im Sunny Portal von SMA kann der momentane Zustand verfolgt werden und es können die Ergebnisse für verschiedene Zeiträume als csv-Dateien heruntergeladen werden. Diese Dateien lassen sich dann in Excel importieren und es können selbst beliebige Auswertungen vorgenommen werden. Die einzelnen Geräte (PV-Wechselrichter, Batteriewechselrichter, Wallbox, Homemanager sowie WLAN-Steckdosen) kommunizieren über das Heimnetzwerk miteinander. Solange das Heimnetzwerk in Betrieb ist, läuft die Anlage auch bei Ausfall des Internetanschlusses mit den eingestellten Parametern weiter.
Seit 23.10.2021 ist die Photovoltaikanlage in Betrieb und liefert bei Tageslicht Strom. Am 23.04.2026 wurde die Anlage erweitert. Wie sich dies auswirkt wird sich in den nächsten Monaten zeigen.
Über die Jahre ergeben sich folgende Erträge:
| Jahr | Ertrag [kWh] | Sonnenstunden in Hessen laut DWD |
| 2022 | 10.008 | 2003 |
| 2023 | 8.868 | 1697 |
| 2024 | 8.119 | 1568 |
| 2025 | 9308 | 1915 |
Ganz interessant ist ein Blick auf die Grafik, die den Verlauf der Leistung der PV-Anlage über den Tag für die Tage der maximalen Sonneneinstrahlung der Monate ab Oktober 2021 vergleicht (alle bezogen auf MEZ). Man sieht sehr schön die Abhängigkeit der produzierten Strommenge von der Tageslänge und dem maximalen Höhenstand der Sonne. Zusätzlich sind bei niedrigem Sonnenstand im Dezember Verschattungen durch umstehende Häuser und den Bergrücken des Staufen zu erkennen. Nach der Erweiterung der Anlage habe ich eine neue "Mai-Maximal-Kurve" ergänzt. Deutlich sieht man, dass wir den alten Wechselrichter mit 8 kW Maximalleistung beibehalten haben. Der unterschiedliche Zeitpunkt der Maxima der Kurven ist durch die jahreszeitliche Verschiebung des "wahren Mittags", dem Höchststand der Sonne, bedingt.
Da die Grafik in den Sommermonaten sehr voll ist, darunter eine Darstellung nur der Monate Juni und Juli. Neben der bereits wieder abnehmenden Tageslänge liegt die Julikurve auch im Maximalwert deutlich unter der Junikurve. Dies ist dem negativen Einfluss von -0,37%/K der Temperatur auf die Leistung der Solarmodule geschuldet. An heißen Tagen wie dem 19.7.22 sieht man die heiße Luft über den Modulen "flirren" und dies ist auch sehr deutlich in der geringeren Leistung trotz voller Sonneneinstrahlung bemerkbar.
Batterie
Seit 7.4.2022 ist auch die Batterie incl. des Batteriewechselrichters in Betrieb. Seit diesem Tag beziehen wir von April bis September (fast) keinen Strom mehr aus dem Netz. Bei eigentlich ausreichendem Ladezustand wird bei Lastsprüngen (einschalten Herd, Föhn, Ladung Auto bei wechselnder Bewölkung, ... ) für wenige Sekunden etwas Strom aus dem Netz bezogen, bis der Batteriewechselrichter dies ausgeregelt hat. Bei längerem Betrieb von Geräten mit zyklischem Ein-/Ausschalten (Herd) kommen so bis ca. 0,2kWh pro Tag zusammen.
Einen Überblick über den Energiedurchsatz der Batterie zeigt folgende Tabelle:
| Jahr | Ladung [kWh] | Entladung [kWh] | Wirkungsgrad |
| 2022 | 1472 | 1127 | 76 % |
| 2023 | 1832 | 1424 | 77 % |
| 2024 | 1809 | 1436 | 79 % |
| 2025 | 1983 | 1597 | 80 % |
Es ist also auch mit vorhandener Batterie sinnvoll, den Verbrauch möglichst in die Zeiten der Stromerzeugung durch die PV-Module zu legen.
Neben der Versorgung in Zeiten, in denen kein oder zu wenig PV-Erzeugung vorhanden ist, verfügt die Anlage über die Funktion "prognosebasiertes Laden". Damit erfolgt die Batterieladung, wenn PV-Leistung wegen Überschreiten des Einspeiselimits abgeregelt werden müsste (siehe nebenstehende Grafik - morgens Ladung auf Mindestladestand, mittags Ladung zur Vermeidung der Abregelung). Diese Funktion hat mehrere Parameter (Länge des Prognosezeitraums, Mindestladestand für Aktivierung der Funktion), mit denen sie an die Gewohnheiten angepasst werden kann.
Wallbox
Die Wallbox ist in das Energiemanagement des Homemanagers einbezogen. Über ein Einstellrad an der Box kann zwischen "Schnellladen" (immer mit 11 bzw. 22 kW je nach Parametrierung) oder "intelligentem Laden" umgeschaltet werden. Hierfür gibt es im Energiemanagement verschiedene Konfigurationsmöglichkeiten. Wir haben dies so eingestellt, dass ausschließlich aus PV-Erzeugung geladen wird. In diesem Modus regelt die Wallbox die Ladeleistung so, dass kein Strom dazu aus dem Netz bezogen wird. Sobald eine Leistung von 1,33 kW zur Verfügung steht beginnt der Ladevorgang und die Leistung wird je nach Einstrahlung und anderem Verbrauch im Haus angepasst. Das funktioniert im Sommer sehr gut. Im Winterhalbjahr wird mit dieser Einstellung das Auto gar nicht geladen - das geht dann nur mit Schnellladen. Zusätzlich gibt es noch das über die SMA App steuerbare "Zielladen": Damit wird die Strommenge vorgegeben, die bis zum Zielzeitpunkt geladen sein soll. Dies geschieht dann aus Netzbezug und soweit vorhanden Eigenerzeugung.
Zur Abrechnung z.B. mit dem Arbeitgeber über den Ladestrom ist sie nicht geeignet, da sie nicht über einen eichrechtlich konformen Zähler verfügt.
Probleme
Batterie:
Nach gut drei Jahren Betrieb der Batterie war diese seit Ende August 2025 außer Betrieb, nachdem sie seit Ende Juli 2025 nur noch zu maximal 75% aufgeladen wurde und schließlich der Batteriewechselrichter ganz gesperrt wurde. Es wurde er Fehler "Imbalancing" ausgegeben und der Betrieb gesperrt. Dies deutet darauf hin, dass das Balancing zwischen den in Reihe geschalteten Batteriezellen nicht mehr funktionierte und deren Teilspannungen auseinanderliefen. Es hat bis Mitte September gedauert, bis die Batterie wieder in Betrieb gehen konnte. Als Austausch wurden von BMZ vier neue Speichermodule geliefert. Auf der Batterie ist eine Gewährleistung für die Kapazität von 10 Jahren, so dass ich die Erwartung hatte, dass die fehlerhaften Teile ohne Berechnung ersetzt oder repariert würden. Bis heute verspricht BMZ eine Reaktion binnen 48 Stunden und den Austausch binnen 8 Tagen. Davon ist die Firma weit entfernt. Nach Meldung des Installateurs an BMZ erfolgte lange keine Reaktion. Auf mehrmaliges Nachfragen meinerseits bekam ich lange keine zielführende Auskunft vom Lieferanten BMZ, ob und wann eine Reparatur erfolgt. Es erfolgte nur ein allgemeines Vertrösten ("ich gebe das weiter..."). Schließlich hat es mehr als sechs Wochen bis zur Reparatur gedauert.